Vereinsgeschichte
-Vereinsgeschichte-
Im Zuge der revolutionären Aufstände 1848 wurde zum Schutze der Stadt eine Bürgerwache mit sechs Kompanien aufgestellt. Später kam die Heddesdorfer Wehr, der neu gegründeter Turnverein und die Schützengesellschaft dazu. Sie hatte neben dem Militär auch die Waffen zu stellen. Monatlich an jedem zweiten und vierten Sonntag wurde auf der Heddesdorfer Kuhwiese (dem heutigen Stadtparkgelände) Schießübungen durchgeführt.
Zweimal kam es zu ernsthaften Einsätzen:
- Niederschlagung des Weißenturmer Halfenaufstandes
- Festnahme einer schleswig-holtsteiner Freischärler-Kompanie
Seit Ende 1840 mußten die Übungen und das Schützenfest auf dem alten wiedischem Hofgut Nodhausen stattgefunden haben. Der Fürst zu Wied stiftete damals die erste Schützenfahne und erlaubte der Schützengesellschaft die Errichtung eines Schießstandes in dem Nodhausener Park. Erstmals am 8. und 9. Juli 1849 ist ein zweitägiges Schützenfest in Nodhausen mit einem Königs- und Preisschiessen veranstaltet worden.
Nach dem Tode des Protektors König Friedrich Wilhelm IV im Jahre 1861 trat Fürst Wilhelm zu Wied seine Nachfolgeschaft 1869 an und übernahm das Protektorat. Bei der 25-Jahrfeier in Nodhausen im Juli 1858 nahm der Fürst zu Wied am Schützenfest teil. Im gleichen Jahr wurde zu Ehren des Geburtstags des Fürsten ein Scheibenschießen veranstaltet. Dabei nahmen auch Angehörige der fürstlichen wiedischen Regierung, der Kammerdirektor von Bibra und der Forstrat Pelche am Schützenehrengericht teil.
Die Schützengesellschaft stellte bei vielen Anlässen die Ehrenwachen, wie z. b. bei der Silberhochzeit des Fürstenpaares 1896, beim Besuch des Kaisers Wilhelm II und seiner Gemahlin 1897, beim Einzug des Erbprinzenpaares und des Prinzen Wilhelm zu Wied, des Fürsten von Albanien und beim Besuch Carmen Sylvia, der Königin von Rumänien.
Zum 25-jährigen Protektorat stiftete Fürst Wilhelm 1894 die im letzten Krieg zerstörte Schützenhalle in Nodhausen, welche 1895 eingeweiht wurde. Als 1883 das Schützenfest zur 50. Jahrfeier den ganzen Juli andauerte, überreichte die Stadt Neuwied der Schützengesellschaft ein prunkvolles Wappenschild, zur 25. Jahrfeier stiftete die Stadt der Gesellschaft bereits einen Pokal. Der Bürgermeister überreichte die von den Frauen und Jungfrauen angefertigte neue Schützenfahne.
Ein bemerkenswertes Schützenfest wurde 1905 begangen, da zur gleichen Zeit das 9. Meisterschießen der Rheinischen Freihand- Schützenvereinigung statt fand und Herr Ferdinand Viebahn Schützenkönig wurde. 1908 wurde die 75. Jahrfeier auf dem Marktplatz in einem großen Festzelt gefeiert. Die Stadt stiftete eine mit Wappen und Emblem geschmückte Schützenkette und im Deutschen Haus wurde ein 500 m langer Film gezeigt. Die Zuschauer wurden in eine Welt des Geheimnisvollen, Zauberhaften und Wunderbaren entführt. Es wurde auch ein Ballett von 40 Damen aufgeführt. Das Fest dauerte vom 1. bis 10. August und Prinz Viktor zu Wied wurde Schützenkönig.
Im Juli 1933 wurde die 100. Jahrfeier begangen, zur gleichen Zeit feierte der Rheinische Schützenbund sein 60 jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlaß wurde das 33. Bundes-Schießen in Neuwied abgehalten. Das Protektorat hat seit 25 Jahren der Fürst Friedrich zu Wied, dieser verstarb 1945. Nach 12 Jahren erzwungener Ruhe (2. Weltkrieg) konstituierte sich die Schützengesellschaft 1950 mit 22 ehemaligen Schützenbrüder neu, und zwei Jahre später übernahm darauf Fürst Friedrich Wilhelm zu Wied gemäß dem Brauch wieder das Protektorat.
Die Schützengesellschaft war auf 50 Personen angewachsen. In dieser Zeit vollzog sich ein großer Wandel der Schützengesellschaft von einem Traditionsverein zum Sportverein. Fast alle Schießsportdisziplinen, die im Deutschen Schützenbund ausgeführt werden, können in Nodhausen ausgeübt werden. Unter Anleitung lizensierter Übungsleiter erlangen alljährlich die Mitglieder zu großen Erfolgen in Rheinland-Pfalz-, Rheinland-, Deutsche- Europa- und Weltmeisterschaften.
Volker Kastrup